Gegen den eigenen Körper geht gar nichts. Der Reiz eines Marathonlaufes liegt in der Körpererfahrung am eigenen Limit, doch schon bei den ersten Symptomen an meiner Achillessehne musste ich diesen Signalen Rechnung tragen. Achillessehnenbeschwerden werden meistens unter dem Sammelbegriff Achillodynie in der Medizinsprache zusammengefasst. Diese Vereinfachung steht einer ursachengemäßen Therapie im Wege. Eine echte Differentialdiagnose, d.h. Mikrostrukturanalyse, gelingt nur durch das MRT. Sicher sind grobe Veränderungen der Achillessehne auch durch den Ultraschall kostengünstiger auszumachen, jedoch sprechen Anschaulichkeit, Kommunizierbarkeit und Differenzierungsmöglichkeit, aber besonders Spezifizierung und Sensibilität eindeutig für das MRT.

So wies mein MRT eine geringe Entzündung des Sehnengleitgewebes auf. Eine Sportpause von zwei Wochen war zwingend. Weitere Maßnahmen:

Das Konditionstraining konnte ich schmerzfrei nach 5 Tagen mit Radfahren wieder aufnehmen. In der Physiotherapie wurden Balance-Übungen zur Stabilisation, insbesondere auch der Rumpfmuskulatur, durchgeführt. Einfache Übungen auf dem Jumper werden besonders im REHA-Bereich sehr erfolgreich angewendet. Daneben ist ein ständiges Stretching des Wadenmuskels erforderlich. Da bekannterweise eine wesentliche Ursache die Hyperpronation des Fußes ist, wurde das Längsgewölbe an meiner Einlage noch 2 mm aufgebaut.

Meine Achillessehne verbesserte sich zunehmend, sodass auch 3-Stundenläufe schmerzfrei absolviert werden konnten. Aber mein Wadenmuskel war dem Abstieg vom Kilimanjaro aus fast 6000 m nicht gewachsen. Zurück in der Heimat wurde der absatzerhöhte Adimed für 8 Tage mein Begleiter.

Dennoch war das Projekt Berlin-Marathon nach 18 Jahren ein Erfolg. Bereits vier Monate Training und eine adäquate Ernährung haben mich körperlich und mental fitter gemacht